Das Ende einer wunderbaren (Lauf)Ära!

Was so dramatisch klingt ist ein positiver Rückblick, der aber ein endgültiges Ende einläutet. Was damit gemeint ist will ich nachfolgend erklären:

Als "Spätberufener" begann ich ja erst im "zarten Alter" von 50 Jahren mit dem Laufen. Damals ahnte ich - als ehemals schlechter Turner - noch nicht, welch große Freude und welch unvergessliche Erlebnisse mir der Sport bringen wird. Recht bald - nach eher zarten Anfängen - entstand der Wunsch an Wettbewerben, die nicht nur meiner Meinung nach die Würze des Laufens darstellen. Nur hier hast du die Möglichkeiten an die Grenzen deiner Leistungsfähigkeit zu gehen bzw. diese kennenzulernen. Dies ist naturgemäß mit Freude, aber auch mit Schmerzen verbunden.

Die Geschichte habe ich an dieser Stelle schon mehrmals wieder gegeben. Es ist als bekannt, dass ich
- im Jahr 2003 in meiner Heimatstadt einen Laufverein gründete
- im Jahr darauf erstmals einen - nach wie vor stattfindenden - Halbmarathon organisierte
- an unzähligen Wettbewerben teilgenommen habe
- zwei der größten Marathons der Welt erfolgreich gefinisht habe, Berlin 2x, New York 1x
um dann 2011 (nach äußerst erfolgreichen Läufen) durch Rheuma brutal gestoppt zu werden!

Einige Highlights dazu finden sich in den nachfolgenden Links:
- Nov 2012: Comeback in Palmanova!
Mai 2011: Berglauf: Start in neue Dimensionen!
Mai 2011: Der Sonnenlauf und ich!
- Okt 2010: Stiftslauf: Topveranstaltung mit Topergebnis!
Nov 2009: New York, der Marathon, der Wahnsinn!
Jul 2009: Glocknerlauf - oder, lerne deine Grenzen kennen!
Mai 2009: Triest-Marathon - Freud und Leid!
Mar 2009: Erster Wettbewerb in der 60er Klasse
Aug 2008: Kärnten läuft - und ich war schnell
Okt 2007: Graz-Halbmarathon
- Aug 2007: Presseggerseelauf mit meiner Tochter

Der Plan war, dass ich laufe so lange mich die Füße tragen und es die Gesundheit zulässt. Bei der Teilnahme an Wettbewerben lag das Ziel diese bis zum 80. Lebensjahr bestreiten zu wollen. Mit im Gepäck war natürlich auch ein weiterer der größten Marathons der Welt vorgesehen - London, sowie Läufe in unterschiedlichen Distanzen. Es hat nicht sein sollen!

Da die Lauferfolge und die damit verbundenen Geschichten weniger wurden, verlagerte sich der Inhalt des Silberlaufer-Blogs in letzter Zeit zunehmend hin zu meinen sonstigen Freizeit-Interessen. Dabei merkte ich aber, dass ich nicht das Zeug (und auch nicht die Lust) dazu hatte dem Silberläufer einen Reiseblog umzuhängen. Entweder Laufgeschichten oder gar nichts mehr!

Da ich alle Insignien meiner Erfolge (Medaillen, Pokale, Fotos) an einer Stelle unseres Hauses sauberst platziert hatte, wurde am Wochenende auch der "Laufaltar"  - wie ich es nannte - geräumt. Es kommt ja nix mehr dazu. Dass ich dabei die eine oder andere Träne zerdrückte ist verständlich, handelt es sich dabei doch um Zeugen einer wunderbaren und unvergesslichen Ära!

Wie geht's weiter?
Natürlich laufe ich noch sehr lange und natürlich auch Wettbewerbe, allerdings nur mehr jene zum Thema "spenden und helfen" wie heuer z.B. den "Wings for Life run"! Natürlich gibt es aber auch immer wieder gesundheitsbedingte Unterbrechungen und natürlich werden mich diese auch weiterhin nicht davon abhalten meinen Lieblingssport mit Freude auszuüben. Aber eben nicht mehr als Silberläufer"!

Daher danke an all jenen die dem Silberläufer gefolgt aber auch jene, die mir in all den Jahren - sprichwörtlich - über den Weg gelaufen sind. Der Silberläufer-Blog wurde Ende Oktober eingestellt. Da ich es aber nicht lassen kann, wurde "Reinhard unterwegs" bereits vor einiger Zeit adaptiert und mit alten Geschichten aufgefüllt. Hier geht es nun zukünftig um Hobbies, Freizeit und sportliche Aktivitäten. Laufen wird auch dabei sein! Herzlich willkommen!

Kommentare:

  1. Lieber Reinhard,
    schade, ich habe gern bei Dir gelesen und freue mich über Deine Fortschritte beim Laufen, trotz des Rheumas. Du hast nach der Diagnose wieder zurück gefunden, Deine Laufziele haben sich verschoben, aber das ist m.E. auch nicht tragisch, so lange der Spass dabei ist. Genauso ist es beim Bloggen...der Spass muss im Vordergrund stehen.
    Werde Deinen Laufblag auf jeden Fall vermissen.

    Salut

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    1. Danke, lieber Christian!
      Aufmerksame Leser werden gemerkt haben, dass ich ja bereits mehrmals aufgehört habe bzw. aufhören wollte. Im Laufbereich gibt es wenig bis gar nichts mehr zu berichten und zum Thema Rheuma ist alles gesagt. Ein negativ programmierter Mensch bin ich generell nicht, daher liegt es mir auch nicht das Thema breit zu treten. Und - wie hier erwähnt - ein Laufblog soll ein Laufblog bleiben.

      Ich könnte also über den zehnten Wiedereinstieg berichten, die echt mühsam sind und sehr viel Kraft kosten. Das will ich aber auch nicht. So habe ich gestern also sehr radikal die Reißleine gezogen und einen schmerzlichen, aber endgültigen Abschied vollzogen. In Sichtweite gibt es bei mir also - bis auf meine NYC-Medaille - keine Erinnerungen an die vergangenen Wettbewerbe. Natürlich werde und will ich die Zeit nicht verdrängen, warum auch? Ich habe in der Zeit des Laufsportes mehr erlebt als manch andere, und mit Verein und Wettbewerb unauslöschliche Spuren hinterlassen. So lebe ich generell! Ich will positives bewirken.

      Für jene, die also mit "Entzugserscheinungen" kämpfen, mich gibt's ja weiter:
      - als Unternehmer www.reinhardhuber.at (inklusive Blog) und
      - als Mastermind einer neuen Organisation - www.vawis.at
      Du siehst, trotz Pension bin ich auch weiterhin in Bewegung!

      Ich bleibe dir als Leser jedenfalls treu und in Gedanken verbunden!
      Alles Gute - Reinhard

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  2. Schade Reinhard,
    sozusagen als langjähriger Wegbegleiter bin ich natürlich traurig wenn sich dein Blog schließt. Wobei ich die Gründe und deine Überlegungen gut nachvollziehen kann. Ich hege ja in unregelmäßigen Abständen ähnliche Gedanken.
    Ziele verändern und verschieben sich. Gewollt oder ungewollt. Ich denk dies ist im Laufe eines Lebens normal.
    Ich hoffe trotzdem das man sich hin und wieder mal "liest" und weiterhin ein wenig an deinem Tun und Lassen teilhaben kann. ;-)
    Halt die Ohren steif!

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    1. Ja, lieber Gerd,
      du bist ja wirklich von Beginn an dabei und dafür danke ich dir wirklich sehr herzlich!
      Natürlich habe ich auch deine up & downs verfolgt, aber auch Bewunderung dir gegenüber wie du dich immer wieder aufs Neue motivierst. Natürlich ist es auch wichtig dabei zu überlegen wann beginnt der Zwang!

      Es gibt so manche Laufblogger hier, denen ich gerne persönlich begegnet wäre, so ganz besonders auch du. Und nachdem mir eine Person einmal ganz zufällig über den Weg gelaufen ist glaube ich ganz fest daran weitere Lauffreunde in der Ferne zu treffen!

      Virtuell bleibe ich dir natürlich auf den Fersen!
      Alles Gute, lieber Freund!!

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  3. Hallo Reinhard,

    na das ist jetzt aber schade, zumal ich Deinen Blog unheimlich gerne gelesen habe. Aber im Leben muss man ohnehin, das ein oder andere Mal einen Schlussstrich ziehen. Denn besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich denke, wenns nur mehr eine Qual ist neue Themen zu finden und zu schreiben, dann sollte man es besser lassen. Jedenfalls finde ich es schade, dass du den Blog relativ schnell vom Netz nimmst - eventuell sind Deine Tipps und Erfahrungen vor allem im Hinblick auf Rheuma für andere noch von Interesse (aber das ist nur meine bescheidene persönliche Meinung).
    Ich freue mich natürlich wenn wir uns hoffentlich demnächst einmal bei einer Laufveranstaltung oder ähnlichem einmal persönlich begegnen - was schon längst überfällig ist.
    Ausserdem wünsche ich dir noch ganz viele beschwerdefreie Genuß-Laufstunden und -kilometer!

    glg aus den USA
    Joe

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    1. Lieber Joe,
      ich habe wirklich sehr lange mit mir gerungen und mir daher die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es kommt ja dazu, dass es bereits mehrere (gescheiterte) Anläufe gab. Daher diesmal ganz, oder gar nicht!
      Ein Grund, warum der Blog letztendlich doch länger im Netz war als geplant war aufzuzeigen, dass man durch Rheuma, aber auch durch viele andere Krankheiten, nicht gestoppt werden kann. Es ist mir gelungen Grenzen in einem Ausmaß zu verschieben, die ich bis vor vielen Jahren nicht für möglich gehalten habe. Es war mir wichtig, anderen zu zeigen was möglich ist.

      Zum Laufen kommt nichts mehr hinzu und zur Krankheit ist alles gesagt, daher Vorhang herunter. Auch wenn's echt weh tut!
      Wir sehen uns wenn du wieder in der Heimat bist!
      Bis bald - Reinhard

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