Ich lief für jene, die nicht laufen können!

Auch wenn mein eigener Lauf meine - eh bescheidenen - Erwartungen nicht erfüllte, so war es doch einzigartigste und spektakulärste Wettbewerb, bei dem ich jemals dabei sein konnte, der Wings for Life World Run! Denn jeder der dabei mitmachte wusste, er tat dabei Gutes um jenen zu helfen denen die Ausübung dieser wunderbarer Sportart aus gesundheitlichen Gründen nicht gegönnt ist! Denn das gesamte Nenngeld (in Summe 6,6 Millionen Euro!) wurde 1:1 an die Stiftung für Rückenmarkforschung gespendet, deren Ziel es ist Querschnittslähmung heilbar zu machen!

Man muss sich die Dimensionen einmal vorstellen: Gleichzeitig starteten am 8. Mai 2016 etwa 130.000 Menschen in sechs Kontinenten und 34 verschiedenen Austragungsorten!
Und erstmals in der Geschichte des Laufsports liegt das Ziel nicht vor, sondern hinter dir, denn ein so genanntes Catcher Car rollt das Feld von hinten auf indem es eine halbe Stunde nach dem Start Fahrt aufnimmt und zunehmend schneller wird. Gleichzeitig, weltweit an allen Austragungsorten! Genial! Hat es dich also erreicht, ist das Rennen für dich beendet! Du weißt also nie genau wie lange du wirklich läufst. Das angenehme aber, das Ziel erreichst du so in jedem Fall!

Aufgrund dessen, dass ich seit einigen Monaten wieder einigermaßen laufen kann, habe ich mich für den Wiener Austragungsort angemeldet, wissend, dass ich zu dieser Zeit eh in der Gegend bin! Am Tag davor galt es also die Startunterlagen am Karlsplatz in Wien abzuholen. Es lief alles wie am Schnürchen und in null-komma-nix hatte ich mein Starterpaket. Angeregt durch die gute Stimmung, das schöne Wetter und die vielen Leute blieb ich noch eine Weile und hörte dem sympathischen Andi Goldberger beim Interview zu.

Der Veranstaltungstag selbst war der absolute Hammer! 1.000e Menschen waren schon am Karlsplatz und die Stimmung grandios. Klar, gab es für die meisten doch nur das Motto laufen, spenden und dabei zu sein. Kein Wettkampfstress machte sich bemerkbar. Kurz nach Mittag sammelten sich 14.000 Läufer vor dem Künstlerhaus um in ausgelassener Stimmung auf den Start zu warten. Das warmup wurde gut moderiert und zelebriert. Sei es mit einem rießigen Transparent, welches über die Köpfe der Teilnehmer hinweg gezogen wurde, Jubelgeschrei und fröhlich winkenden Läufern. Um Punkt 13:00 Uhr (und zeitgleich in allen anderen Austragungsorten) ging es dann los!
Aufgrund meiner eigenen Einschätzung und dem Streckenrechner (wie viele Kilometer kann ich laufen, ehe mich das Catcher Car einholt) pendelte ich mich gedanklich bei 20 Kilometer ein. Ein Menschenmeer (wie links im Bild gezeigt) wälzte sich durch Wien, gleichzeitig säumten unglaublich viele Zuseher den Weg. Dieser führte zur Maria-Hilfer-Straße, weiter zum Ring.  War ich bis KM 8 noch voll im Zeitplan, merkte ich bald ein verräterisches ziehen in der linken Wade, die mich veranlasste das Tempo zu drosseln. Meine, vor einer Woche zugezogene, Muskelzerrung machte sich bemerkbar. Danach ging es nur mehr mit stopp & go weiter, um dann bereits nach ca. 12,4 Kilometer vom Catcher Car eingeholt zu werden!

Fazit: Nachdem das Rheuma keine großen Dinge mehr zulässt, konnte ich hier doch wieder Laufluft schnuppern. Das taugt mir! Daher bin ich, trotz meines (zu) frühen Ausscheidens, froh dabei gewesen zu sein, galt es doch dem Motto des Tages gerecht zu werden, welches lautete: "Ich laufe für alle, die nicht laufen können!". Es war emotional und stimmungsmäßig einfach erstklassig und von der Organisation her sowieso. So empfehle ich hier gerne den "schneller und weiter Gedanken" eine Pause zu gönnen, um beim Wings for Life Run mitzumachen. Weltweit gibt es dazu genug Möglichkeiten. Ja - und ich bin für 2017 natürlich wieder angemeldet!

HIER geht's zur Anmeldung zum Wings for Life Run 2017
HIER gibt's den offiziellen Nachbericht von Red Bull zum Wiener Event und
nachfolgend ein paar aktuelle Filmsequenzen, die dich hoffentlich motivieren!

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